Tanzfesitval Saar 2026
ISADORAS KINDER
Nach dem Unfalltod ihrer beiden Kinder im April 1913 choreografierte Isadora Duncan, die Begründerin des modernen Tanzes, ein Solo mit dem Titel »Mutter«, in dem sie dieses traumatische Erlebnis in einem zarten Bewegungszauber zu exorzieren versuchte. Ein Jahrhundert später konfrontieren sich vier sehr unterschiedliche Tänzerinnen mit dem künstlerischen Erbe einer persönlichen Tragik. (Verleih)
Manivels Inszenierung setzt statt auf distanzierte historische Auseinandersetzung mit Duncans Leben und Werk ganz auf diese Körperlichkeit und die von Aleksander Skrjabins Klavieretude unterstützten Emotionen von Trauer, Zärtlichkeit und Trost. Dialoge gibt es nur im mittleren Teil, der die Frage der Tradierung aus der Mutter-Kind-Dyade in die Kunst extrapoliert: Wie können ästhetische Ideen zwischen der Mentorin und ihrer Schülerin zirkulieren? Und wie soll diese, selbst noch fast Kind, dem Publikum mütterliche Trauer näherbringen?
Für die Figuren im Film ist das Gelingen dieser emotionale Übertragung gesetzt. Als Hilfereichung für weniger tanz-affine Menschen gibt es im Film auch verbale Benennungen des gestischen Geschehens. Andere eine Annäherung unterstützende Elemente sind die virtuos in Szene gesetzten Räume des Films, die vom lichtdurchflutete Ambiente des bretonischen Kulturzentrums Carré Magique bis zum weiten nächtlichen Blick aus einem Hochhaus. (epdFilm)
LES ENFANTS D'ISADORAFR/KR 2019, R: Damien Manivel, B: Damien Manivel, Julien Dieudonné, K: Noé Bach, Sch: Dounia Sichov, D: Agathe Bonitzer, Manon Carpentier, Marika Rizzi, Elsa Wolliaston, FSK 0, 84 Min, OmU
Unsere Kooperationspartner:
Saarländisches Staatstheater