DE HUMANI CORPORIS FABRICA
Vor fünf Jahrhunderten öffnete der Anatom Andreas Vesalius zum ersten Mal den Körper für den Blick der Wissenschaft. Sein Buch mit 250 detailreichen Holzschnitten der menschlichen Anatomie ist ein absoluter Meilenstein der Medizingeschichte. Dieser Film öffnet heute den Körper für das Kino. Man entdeckt, dass das menschliche Fleisch eine unerhörte Landschaft ist, die nur dank der Blicke und der Aufmerksamkeit der anderen existiert. Krankenhäuser, Orte der Pflege und des Leidens, sind Laboratorien, die alle Körper der Welt miteinander verbinden. (Verleih)
n einer frühen Szene bewegt sich die Kamera durch die Großhirnrinde eines Mannes, und diese innere Landschaft wirkt, als wäre sie aus Wolken geformt. Wenn die Kamera sich nach einer Weile aus dem Schädel herausbewegt, ist es fast, als erwache man aus einem Traum. So sieht der Körper durch die Instrumente aus, die ihn sichtbar machen, so wird er von ihnen neu konstituiert. So verwandelt er sich in digitale Signale und wird gleichzeitig realer und imaginärer. Paravel und Castaing-Taylor suchen das Widerwärtige, schockierende Vanitas-Motive, aber auch die Schönheit des Abjekten. Eine verletzte Prostata und Blasenkatheter stoßen ab, rot-blau-weiß gefärbte Tumorzellen werden wie ein Gemälde von Joan Mitchell oder Jackson Pollock gezeigt. (Filmdienst)
FR/CH 2022, R: Lucien Castaing-Taylor, Véréna Paravel, B.: Lucien Castaing-Taylor, Véréna Paravel, K:Lucien Castaing-Taylor, Véréna Paravel, Sch: Lucien Castaing-Taylor, Véréna Paravel, FSK 18 (ungeprüft), 115 Min, OmeU
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