ENZO
Hochsommer an der Côte d’Azur, ein Haus mit Pool und Meerblick. Eigentlich soll der sechzehnjährige Enzo die Schule beenden und studieren, wie es sich gehört. Doch im stillen Protest gegen die eigene Bourgeoisie fängt er auf einer Baustelle an – zum Missfallen seiner Familie. Aber auch sein neuer Boss ist unzufrieden mit Enzo, weil dieser selbst mit den einfachsten handwerklichen Aufgaben Probleme bekommt. Viel wohler fühlt sich der Junge bei seinem älteren Kollegen Vlad aus der Ukraine, der Enzo gerne Fotos seiner weiblichen Eroberungen auf dem Telefon zeigt. Der Arbeiter wird das männliche Vorbild, das dem behüteten Wohlstandskind vielleicht immer gefehlt hat – doch noch ganz andere Gefühle kommen zum Vorschein und machen alles komplizierter.
(Verleih)
Die Inszenierung fängt die sommerliche Hitze und das selbstbezogene Lebensgefühl des Jugendlichen gekonnt ein. Das modernistische Haus mit seinen Glasfronten wird zum Spiegel der familiären Dynamik: Die offenen Räume erlauben Blicke, aber scheinbar keine wirkliche Nähe. Gleichzeitig unterstreicht Campillo die sozialen Unterschiede zwischen Enzo und seinen ukrainischen Kollegen. Während dem Jugendlichen alle Türen offenstehen, ist Vlad auf das Einkommen angewiesen. Er lebt in einfachen Verhältnissen und muss damit rechnen, bald einberufen zu werden. Enzo nimmt diese unterschiedlichen Fallhöhen kaum wahr – zu sehr ist er in seinen eigenen Emotionen gefangen. (…) In einem Sommer des stillen Aufbegehrens entfaltet „Enzo“ zwischen drückender Hitze, unterdrückten Sehnsüchten und gesellschaftlichen Unterschieden ein sensibles Bild jugendlicher Rebellion. (Filmstarts)
FR/BE/IT 2025, R: Robin Campillo, B: Robin Campillo, Gilles Marchand, K: Jeanne Lapoirie, A.F.C, Sch: Robin Campillo, D: Eloy Pohu, Pierfrancesco Favino, FSK 16, 102 Min
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