WANDA
1 Einfühung: Olga Dovydenko, Kino achteinhalb
Apathisch döst die zweifache Mutter Wanda, auf dem Sofa liegend, in den Tag hinein. Bis ihr Mann die Scheidung einreicht. Lethargisch willigt Wanda in die Trennung und den Verzicht aufs Sorgerecht ein. Zwei Tage später verliert sie ihren Job und sitzt auf der Straße. Mit losen Männerbekanntschaften versucht sie, über die Runden zu kommen, darunter mit „Barkeeper“ Norman. In die Zweckgemeinschaft mit dem Gewohnheitsverbrecher mischt sich sogar ein Hauch von Zärtlichkeit. Bis Dennis sie zwingt, bei einem Raubüberfall mitzumachen… Barbara Loden gewann für ihre realistische, fast dokumentarische Loser-Studie den Kritikerpreis in Venedig. Seit 1949 war dies der erste Debütfilm einer Frau, der groß ins Kino kam! (Cinema)
Barbara Loden, die Regie führte, das Drehbuch schrieb und selbst die Hauptrolle verkörperte, entwirft mit einer fast dokumentarischen Bildsprache ein radikal offenes Porträt weiblicher Existenz. Wanda ist eine Antiheldin jenseits von Opfermythen, Emanzipationsfantasien oder moralischen Bewertungen. Als leise, unbequeme Gegenstimme zum männlich dominierten New-Hollywood-Kino wirkt WANDA noch heute erstaunlich aktuell und beeinflusste zahlreiche Regisseur*innen und Schauspieler*innen wie Isabelle Huppert, Nan Goldin, Marguerite Duras oder Christian Petzold. Ein Stück zeitloses Kino über weibliche Existenz, Sichtbarkeit und radikale kreative Autonomie, aus einer Zeit, in der Regisseurinnen noch die Ausnahme waren. (Verleih)
US 1970, R: Barbara Loden, B: Barbara Loden, K und Sch: Nicholas T. Proferes, D: Barbara Loden, Michael Higging, FSK 18 (ungeprüft), 102 Min
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Deutsch-Amerikanische Institut Saarbrücken e. V.