DER PHÖNIZISCHE MEISTERSTREICH
Anatole Zsa-Zsa Korda, ein Mann fraglicher Moral, hat gerade seinen x-ten Mordanschlag überlebt. Inspiriert von seiner Nahtoderfahrung, verfasst er ein neues Testament, in dem er sein Imperium seiner einzigen Tochter Liesl vermacht. Liesl, die bis dato in einem Kloster lebte, ist von der neuen Wendung in ihrem Leben nicht besonders angetan. Trotzdem begleitet sie ihren Vater aber auf seine Mission nach Phönizien. (Verleih)
In die absurden Szenerien mischt sich aber auch ein sehr bissiger, makabrer Humor und eine für Anderson ungewohnte, stilisierte Brutalität, der gerade Benicio del Toro das ein oder andere Mal zum Opfer fällt – wenn Anderson im Vorspann von oben herab filmt, wie der übel zugerichtete Korda in der Badewanne sitzend von seinen Bediensteten umsorgt wird, ist dies übrigens ein Beispiel dafür, dass er nicht nur das Stilmittel der Montage, sondern auch die Plansequenz beherrscht. Man kann nun drüber streiten, ob dieser etwas düstere Stil eine Reaktion auf die eher pessimistisch stimmende Weltlage ist, ebenso, ob der Film hierzu tatsächlich einen größeren Debattenbeitrag liefert; Bezüge zur heutigen Zeit lassen sich durchaus herstellen. Rein vom filmischen Werk her gesehen stehen diese neuen Töne dem Anderson-Kosmos aber auf jeden Fall ganz gut zu Gesicht und machen DER PHÖNIZISCHE MEISTERSTREICH zu einem kurzweiligen Vergnügen. (epdFilm)
THE PHOENICIAN SCHEMEUS/DE 2025, R: Wes Anderson, B.: Wes Anderson, Roman Coppola, K: Bruno Delbonnel, Sch: Barney Pilling, D: Benicio del Toro, Mia Threapleton, Michael Cera, FSK 12, 105 Min