ALL IS LOST
Mitten auf dem Indischen Ozean. Ein Mann wird jäh aus dem Schlaf gerissen, als seine Segelyacht einen im offenen Meer treibenden Schiffscontainer rammt. Als danach auch noch sein Navigationsequipment und sein Funkgerät lahmgelegt werden, treibt er unwissentlich mitten in einen gewaltigen Sturm. Der Mann schafft es, das Leck in seinem Boot notdürftig zu flicken, und – dank seiner seemännischen Intuition und einer Stärke, die aus seiner Erfahrung resultiert – gerade so, das Unwetter zu überleben. Nur noch mit einem Sextanten und Seekarten ausgerüstet, muss er darauf bauen, von der Strömung in eine der großen Schifffahrtsstrecken getrieben zu werden, wo er vielleicht auf ein passierendes Schiff treffen kann… (Verleih)
ALL IS LOST ist eine sehr abstrakte Versuchsanordnung, die Gefahr läuft, unsere Aufmerksamkeit zu verlieren, weil alles ausgespart bleibt, was uns sonst in Filme hineinzieht: Emotionalität, Biografie, Charakter. In dieser Hinsicht geht Chandor weiter als Alfonso Cuarón im ansonsten strukturell erstaunlich ähnlichen GRAVITY, in dem es immerhin so etwas wie eine Lovestory und dazu atemberaubende Spezialeffekte und Kamerakunststücke gab. Bei Chandor ist alles Reduktion, er vertraut auf die Intensität des Moments und erzählt ganz unaufdringlich, ohne jeden inszenatorischen Schnickschnack. Wenn die Kamera gegen Ende plötzlich einmal aus den Tiefen des Meeres nach oben schaut und silbern glitzernde Fischschwärme ins Bild setzt, ist das fast schon ein Stilbruch. Dem zentralen Thema von ALL IS LOST – dass niemals wirklich alles verloren ist – tut das keinen Abbruch. Der unermüdliche Kampf gegen Wind, Wetter und Wasser, gegen alle Arten von Rückschlägen und Hindernissen, erzählt vor allem vom puren menschlichen Lebens- und Überlebenswillen. (epdFilm)
US 2013, R: J.C. Chandor, B.: J.C. Chandor, K: Frank G. DeMarco, Sch: Pete Beaudreau, M: Alex Ebert, D: Robert Redford, FSK 6, 106 Min., OmU
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