Premiere
Gewinner beim FFMOP 2026
WOVON SOLLEN WIR TRÄUMEN
An einer Lebensmittelausgabe kreuzen sich die Wege dreier Frauen. Laura ist seit Kurzem Freigängerin und sollte sich aus Konflikten heraushalten. Doch sie stellt sich schützend vor die Kurdin Evîn, die von einem Mann rassistisch beleidigt wird. Die Auseinandersetzung eskaliert, und Polizistin Julia kommt hinzu, um den Streit zu schlichten. Für einen kurzen Moment streifen sich die Schicksale der drei Frauen – ehe sie in getrennten Bahnen weitertreiben.
Der Film verbindet drei Lebenslinien zu einem gemeinsamen Panorama und erforscht, wie Gewalt ihre Form wechselt, wie sie sich tarnt und wie schwer es ist, ihr zu entkommen, wenn sie längst zur Umgebung geworden ist. Der Krieg verbindet Evîn, Laura und Julia miteinander. Er ist nah und fern zugleich, er waltet auch in der deutschen Großstadt, schweigend, ohne Gefecht. Da ist der gegenwärtige Krieg, in dem Evîn in einer kurdischen Fraueneinheit gekämpft hat und der nunmehr in Deutschland unsichtbar fortgesetzt wird. Da ist der vergangene Krieg als schwerer Seelenballast, der Laura von ihrer Mutter weitergegeben wurde. Und da ist der Krieg als Schlachtfeld innerhalb der Familie, auf dem Julia mit sich und für sich selbst kämpft. (Verleih)
Trotz der Fallhöhe der Geschichten und der existenziellen Nöte der Hauptfiguren bleibt die Kamera von Rafael Starman nah an den Figuren und ruhig, die Farbgebung sogar geradezu unterkühlt. So klar das Plädoyer des Films, der auf dem Festival Max Ophüls Preis 2026 den Preis der Ökumenischen Jury und den Publikumspreis gewann, auch für Selbstbestimmung und weibliche Ermächtigung ausfällt, an der einen oder anderen Stelle schießt die Gesellschaftskritik über das Ziel hinaus. (Kinozeit)
DE 2025, R: Milena Aboyan, Constantin Hatz, B: : Milena Aboyan, Constantin Hatz, K: Rafael Starman, Sch: Elias Ben Engelhardt, Marco Rottig, D: Lea van Acken, Luise Aschenbrenner, Bayan Layla, FSK 12, 108 Min