Premiere
Cannes 2026: Preis der Jury
DAS GETRÄUMTE ABENTEUER
Die Archäologin Veska ist für ein Ausgrabungsprojekt in ihre Heimatstadt Svilengrad zurückgekehrt, in die Grenzregion zwischen Bulgarien, Griechenland und der Türkei. Überraschend trifft sie auf Said, einen alten Bekannten aus den Rhodopen, den undurchsichtige Geschäfte nach Svilengrad geführt haben. Saids Auto ist gestohlen worden, und Veska lädt ihn ein, den Tag mit ihr auf der Ausgrabungsstätte zu verbringen. Es ist ein glücklicher Tag voller Vertrautheit, ein Tag wie ein Versprechen. Am nächsten Morgen ist Said verschwunden… (Verleih)
Show, don’t tell lautet ein viel zitierter Grundsatz des Filmemachens und irgendwie vollbringt Valeska Grisebach das Kunststück, das bei ihr Zeigen und Erzählen ein und das selbe ist. In dieser Hinsicht ist Das geträumte Abenteuer der perfekte Film. Keine Szene in den knapp unter drei Stunden Laufzeit ist überfüssig, es gibt keine Einstellung oder Dialogzeile, die nicht behutsam immer mehr Nuancen des Lebens bei Svilengrad und von Veskas eigener Vergangenheit freilegt, ohne dabei je gewollt oder überladen zu wirken. Manchmal geht das mit Veskas Angriffslust einher, manchmal mit hintergründigem Humor, aber immer mit ungebremster Neugier auf die Geschichten, die an diesem Ort nicht einmal vergraben, sondern für jeden, der hinsehen will, offen sichtbar auf der Erde liegen. (Kinozeit)
DE/FR/BG/AT 2026, R: Valeska Grisebach, B: Valeska Grisebach, Lisa Bierwirth, K: Bernhard Keller, Sch: Bettina Böhler, D: Yana Radewa, Syuleyman Alilov Letifov, Stoycho Kostadinov, FSK folgt, 167 Min