LOLA RENNT
1 Einführung: Dr. Sebastian Dick, Mathematiker, Luxembourg
Berlin. Lola und Manni sind Anfang zwanzig und ein Liebespaar. Manni hat sich in letzter Zeit in halbkriminelle Geschichten eingelassen und jobbt als Geldkurier für einen Autoschieber. Doch heute läuft alles schief: Er hat die Geldübergabe komplett vermasselt, weil er auf der Flucht vor Fahrscheinkontrolleuren die Plastiktüte mit dem Geld in der U-Bahn liegengelassen hat. 100.000 Mark! In 20 Minuten will sein Boss das Geld abholen. Manni ist verzweifelt. Er weiß nicht, was er tun soll und ruft Lola an.
Lolas Hirn rast: 20 Minuten, um 100.000 Mark zu besorgen. Da kommt Lola eine Idee und LOLA RENNT … (Verleih)
Ein Märchenmotiv trifft auf die Dramaturgie eines Videogames: In drei zeitlich leicht verschobenen Varianten ergeben sich drei Handlungsabläufe, die auch für Randfiguren lebensentscheidende Wendungen nehmen. Diese in rasanten Flash-Forward-Fotoromanen durchzuspielen, ist Teil einer postmodernen Bricolage, für die Tom Tykwer die Ressourcen des aktuellen Kinos entfesselte: Von Trance- und Technotracks vorangetrieben, geriet »Lola rennt« zum filmischen Loop. In ihm fügten sich Video und 35 mm, Farbe und Schwarz-Weiß, Split-Screens und Slow-Motion, Jump-Cuts und Match-Cuts, Comics und 360-Grad-Kamerafahrten zur spielerischen Erkundung möglicher Wirklichkeiten – und zum ersten deutschen Film fürs 21. Jahrhundert. In ihm entwirft die Montage einen Stadtraum Berlins, in dem Ost und West zu einem imaginären Spielfeld zusammengewachsen sind (Berlinale Archiv)
DE 1998, R: Tom Tykwer, B: Tom Tykwer, K: Frank Griebe, Sch: Mathilde Bonnefoy, D: Franka Potente, Moritz Bleibtreu, FSK 12, 81 Min
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