DEMENTIA
1 Einführung: Moritz Kunz, Kino achteinhalb und eine kleine filmische Überraschung
Ein Film, ohne Dialog, über die albtraumhaften Erfahrungen einer jungen psychotischen Frau in einer Nacht als sie durch eine heruntergekommene Gegend streift. (Filmstarts)
Eine namenlose Frau erwacht in einem Hotelzimmer, geht in die Stadt, wird überfallen und flüchtet. Vor Männern und vor sich selbst. Der einzige Film von John Parker gilt als bedeutender Experimentalfilm und gelungener Mix zwischen Film Noir und Horrorfilm. (…) Die gesamte Stunde des Films spielt in der Nacht. Ein sternenklarer Himmel, der am Rande heller und heller wird – und die lumineszierte Präsenz einer Großstadt angekündigt wird. Laternen, Leuchtreklamen, Scheinwerfer – halbherzige, Kopfschmerzen-verursachende Versuche des Menschen, der Finsternis Herr zu werden. Eine namenlose Frau träumt schlecht im Bett eines heruntergekommenen Hotels. Sie klammert sich an der Bettwäsche fest, John Parker zieht den Zuschauer mit in ihren Traum und lässt ihn direkt beim ersten Schritt stolpern. Der Film Noir zeichnet sich, im Gegensatz zum anderen ur-amerikanischen Genre, dem Western, durch vertikale Linien aus. Häuser, Straßen, Menschenmassen, Laternenpfähle, der Sturz in den Tod; alles passiert vertikal das Bild. Hier, im Traum, am Strand, lässt Parker wilde Diagonalen durch das Bild laufen. Eine Fluchtlinie besteht lediglich aus den im Sand hinterlassenen Trippelschritten. Andere Linien münden im Nichts, führen aus dem Bild heraus und geben einen verunsichernden Gesamteindruck. (Moviebreak)
US 1955, R: John Parker, B: John Parker, K: William C. Thompson Sch: Joseph Gluck, M: George ANthei, Shorty Rogers, D: Adrienne Barrett, Bruno VeSota, Ben Roseman, 58 Min, FSK 18 (ungeprüft), OV ohne Sprache