TARANTULA
1 Einführung: Gehard Zimmermann, Kino achteinhalb
Beim Brand eines Laboratoriums in der kalifornischen Wüste, wo ein Forscher mit Wachstumsbeschleunigungen experimentiert, entweicht eine Giftspinne. Bald erreicht das Tier die monströsen Ausmaße eines Hochhauses und droht ganze Städte auszurotten, bis es amerikanische Düsenbomber im Luftangriff mit Napalm töten. Ein mit einfachen dramaturgischen Mitteln, aber spannend und stilsicher inszenierter Gruselfilm, der zu einem Klassiker des Genres wurde. Beiläufig, aber wirkungsvoll entwickelt er eine unterschwellige erotische und politische Mythologie: die Spinne als Inkarnation bedrohlicher Triebe, aber auch als Ausdruck wachsender Ängste vor einem Atomkrieg. (Filmdienst)
Wenn man nach den Qualitäten von Tarantula! sucht, die letztendlich auch den Klassiker-Status rechtfertigen, ist vor allem die stimmige Inszenierung zu nennen, die innerhalb der inhaltlichen und finanziellen Möglichkeiten straff nach vorne zieht. Jack Arnold war ein Meister des erzählerischen Aufbaus, der auch hier geradezu linear ansteigend auf das große Ereignis, den ersten richtigen Angriff der Spinne, zusteuert. Die Figuren werden eingeführt, der Ausbruch aus dem Labor, einzelne Unglückliche erblicken (Modell-)Teile der Spinne und schließlich kracht es dann richtig, gefolgt von weiteren Attacken und wiederholten, sich steigernden Gegenattacken des Militärs. (Kinozeit)
US 1955, R: Jack Arnold, B: Robert M. Fresco, Martin Berkeley, K: George Robinson, Clifford Stine, Sch: William Morgan, D: John Agar, Mara CordayFSK 12, 80 Min, OmU