ANGEL'S EGG
1 Einführung: Moritz Kunz, Kino achteinhalb
Ein blasses Mädchen mit weißen Haaren und traurigen Augen wandert durch die verlassenen Straßen einer zerfallenden Zukunftswelt. Sie trägt ein Ei von der Größe eines menschlichen Kopfes mit sich – was darin heranwächst, bleibt ihr Geheimnis. Mamoru Oshii, bekannt für GHOST IN THE SHELL und dessen für die Goldene Palme nominierte Fortsetzung, ist der Schöpfer dieses frühen Anime-Meisterwerks. Bisher wurde ANGEL’S EGG außerhalb Asiens nie richtig veröffentlicht, doch jetzt ist es an der Zeit, ihn endlich zu entdecken. (Verleih)
Technisch bleibt der Anime überschaubar, atmosphärisch ist die Direct-to-Video-Produktion von Studio Deen jedoch ein Ausnahmewerk. Ein Kunstwerk. Vielleicht gar ein Meisterwerk. Begleitet von einem hypnotischen Klangteppich aus Klavier, Geige, wortlosen Gesängen und dem allgegenwärtigen Wind verliert man sich hier in einem Labyrinth aus Bildern und Eindrücke voller Melancholie, aber auch voll des Schreckens. Science Fiction, Fantasy, gar Horror? Man könnte viele Genrekategorien bemühen, ohne aber der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Sofern es die überhaupt gibt. Mehr als 30 Jahre ist ANGEL’S EGG inzwischen alt, gibt aber noch immer mehr symbolisch-surreale Rätsel auf, als man sie je beantworten könnte. Aber das muss man auch nicht. Der Film ist nicht dazu da, erklärt zu werden. Er muss erlebt werden. Erfühlt. (film-rezensionen.de)
TENSHI NO TAMAGOJP 1985, R: Mamoru Oshii, B: Mamoru Oshii, Sch: Seiji Morita, M: Yoshihiro Kanno, FSK 18 (ungeprüft), 71 Min