PEEPING TOM
1 Einführung: Olga Dovydenko, Kino achteinhalb
Mark Lewis (Karlheinz Böhm) ist zurückhaltend und unscheinbar. Für seinen Chef fotografiert er Damen in recht eindeutigen Posen. Er selbst jedoch versteckt sich am liebsten hinter seiner Kamera. Nachts nimmt er jedoch Frauen auf, kurz bevor er sie umbringt. Eines Tages lernt er Helen (Anna Massey), die Tochter seiner Nachbarin, kennen. Diese jedoch ahnt nichts von dem verstörenden Geheimnis, das Mark in sich trägt. Als der Thriller von Michael Powell 1960 erstmals veröffentlicht wurde, kam es zum Skandal. Die Kritik war größtenteils vernichtend, kirchliche Institutionen verurteilten den Film, der »Sissi«-Star Karlheinz Böhm in der Rolle des furchteinflößenden Psychopathen zeigt, als „krankhaft“ und auch in Deutschland wurde er mehrmals gekürzt. Powells und Böhms Karrieren waren dadurch schwer beschädigt. Erst Jahrzehnte später wurde PEEPING TOM durch Martin Scorsese wiederentdeckt und rehabilitiert. Heute gilt er als unumgänglicher Klassiker und Vorlage für den in den frühen 1980ern äußerst beliebten Slasher-Film. Das British Film Institute wählte PEEPING TOM im Jahr 1999 auf Platz 78 der besten britischen Filme aller Zeiten. (Verleih)
Michael Powells Meisterwerk des Psychothrillers flirtet mit der Direktheit und den spektakulären Mitteln der Exploitation. Doch darunter verbirgt sich einer der wenigen Filme, die uns zeigen, was die besondere Verführungskraft des Kinos ausmacht. (Filmstarts)
GB 1960, R: Michael Powell, B: Leo Marks, K: Otto Heller, Sch: Noreen Ackland, D: Karlheinz Böhm, Moira Shearer, FSK 12, 101 Min