THE TESTAMENT OF ANN LEE
Die Tochter eines englischen Schmieds zeigt Mitte des 18. Jahrhunderts schon früh eine tiefe Religiosität und wendet sich einer freikirchlichen Gruppe zu, die sie zu ihrer Führerin macht. Mit acht Gläubigen flieht sie vor den Restriktionen des Staates in die Neue Welt, um dort einen Ort zu finden, wo sie nach ihren Vorstellungen ein Zusammenleben in Heiligkeit gestalten können. Der Film über die Gründerin der Shaker-Bewegung in Nordamerika entfaltet sich als Mischung aus Heiligenlegende und Musical, in dem die Musiktradition der Shaker sowie die Schütteltänze, die der Bewegung ihren Namen einbrachten, als Basis für modernisierte Bearbeitungen genommen werden. Die Glaubens- und Lebenswelt der Shaker, die sich sexueller Enthaltsamkeit, der Gleichberechtigung aller Menschen als Kinder Gottes und einem einfachen, arbeitssamen Leben verschrieben haben, wird mit großer Inbrunst als Versuch rekonstruiert, den Geist der Evangelien zu verwirklichen. (Filmdienst)
Mit einer sich mit ganzem Körper und ganzer Stimme in die Rolle werfenden Amanda Seyfried beweist THE TESTAMENT OF ANN LEE: Es gibt noch frische Zugänge zu biografisch grundierten Historienstoffen. Viel steckt drin in diesem Film, der mitreißt und fühlend macht, anstatt plump zu psychologisieren – wenn man gewillt ist, sich ihm auszusetzen. Er dreht den messianischen Spieß um, indem er eine Frau ins Zentrum stellt, er zeigt spirituelle, inklusive und empathische Freiheit auf dem Boden eines strengen, restriktiven Lebens und dabei ist dem Stoff aller Düsternis zum Trotz auch eine gewisse Ironie eingeschrieben. Denn die gelebte Utopie ohne Erben ist ja von Haus aus zum Sterben verurteilt.(epdFilm)
US 2026, R: Mona Fastvold, B: Mona Fastvold, Brady Corbet, K: William Rexer, Sch: Sofía Subercaseaux, D: Amanda Seyfried, Thomasin McKenzie, Lewis Pullman, FSK 12, 130 Min