Filmreif – Kino für Menschen in den besten Jahren
INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL WAR
1 15 Uhr: Eintritt 5€
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. (Verleih)
Natürlich skizziert der Film auch Stationen im Leben und Schaffen Bachmanns (auch ihre meist unglücklichen Liebesbeziehungen zu Männern wie Hans Werner Henze, Paul Celan und Max Frisch), ihr Aufwachsen entnehmen wir einem Interview, das fast geisterhaft aus einem Radiogerät kommt, dem Sandra Hüller lauscht, darauf folgt die TVAufzeichnung einer Lesung aus Bachmanns erstem Gedichtband Die gestundete Zeit, für die sie den Preis der Gruppe 47 erhielt. Und so vielgestaltig geht es weiter: Klug überlappend und elegant montiert, greifen all die verschiedenen Materialitäten immer wieder überraschend und doch verblüffend folgerichtig ineinander und erschaffen ein vielschichtiges Kaleidoskop, das weit davon entfernt ist, nur Wegmarken abzuschreiten. (Kinozeit)
DE/AT 2026, R: Regina Schilling, B: Regina Schilling, K: Johann Feindt, Sch: Carina Mergens, D: Sandra Hüller, FSK 6, 97 Min
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