Verboten, verbrannt und verehrt
SPUR DER STEINE
1 Einführung: Prof Sung-Hyung Cho, künstlerischer Film /Bewegtbild, HBK Saar
Auf der Großbaustelle Schkona herrscht Chaos: Materialmangel, Planungsfehler und die anarchische Zimmererbrigade um den rebellischen Hannes Balla, der sich mit Wild-West-Manieren nimmt, was er für seine Leute braucht. In dieses Spannungsfeld geraten zwei Neue: die Ingenieurin Kati Klee und der SED-Parteisekretär Werner Horrath. Horrath versucht, den unangepassten Balla zu bändigen. Es entwickelt sich nicht nur ein Machtkampf auf der Baustelle, sondern auch eine Dreiecksgeschichte um Kati. Ein Jahr später sitzt Horrath vor der Parteileitung. Der Vorwurf: unmoralisches Verhalten und politisches Versagen. Wie konnte es soweit kommen? (Defa)
Als Zuschauer von heute, der bestenfalls über das DDR-Regime Bescheid weiß, über dessen Hierarchie und wie dieses den Alltag der Bürger Ost-Deutschland bestimmte, kommt man nicht herum, sich zu fragen, wie diesem System die Dimension von Spur der Steine entgehen konnte, als man es zunächst noch freigab. Überdeutlich hervorgehoben durch die Schwarz-Weiß-Optik wirkt die Realität an der Baustelle zunehmend ernüchternd, karg und trist, sodass man die Arbeiter um den von Manfred Krug gespielten Balla irgendwie verstehen kann, wenn sie sich teils albernen Streichen oder gelegentlichen Saufgelagen hingeben. Die sich wiederholenden Aufnahmen des Betons wie auch der Trostlosigkeit der Baustelle tun ihr Übriges, um jenen Eindruck zu unterstreichen, dass es sich hierbei um ein Abbild einer viel umfassenderen Lebenswirklichkeit gehen könnte. (Film-Rezensionen.de)
DD 1966, R: Frank Beyer,, B: Karl Georg Egel,Frank Beyer, K: Günter Marczinkowsky, Sch: Hildegard Conrad, D: Manfred Krug,Krystyna Stypułkowska, FSK 6, 139 Min
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