Verboten, verbrannt und verehrt
TAUSENDSCHÖNCHEN
1 Einführung: Prof Sung-Hyung Cho, künstlerischer Film /Bewegtbild, HBK Saar
Zwei junge Frauen stellen fest: Die Welt ist verdorben. Und sie beschließen: Also wollen auch sie verdorben sein. Sie sitzen dabei – in schwarz-weiß – in einer Art Strandkorbverschlag, und sie bewegen sich mit knarzenden, quietschenden Bewegungen, als wären ihre Gelenke nicht geölt. Nach einem Sprung befinden sie sich im bunten Paradies, inklusive dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse, und wir befinden uns mitten in einem der seltsamsten, lustigsten, verwunderlichsten Filme, der ziemlich beispiellos in der Filmgeschichte dasteht. (Kinozeit)
TAUSENDSCHÖNCHEN ist der zweite Spielfilm von Věra Chytilová (1929-2014). Er bescherte ihr nicht nur internationale Aufmerksamkeit, sondern wurde zum Schlüsselwerk der »Tschechoslowakischen Neuen Welle« (Nová Vlna). Diese äußert kreative Phase begann Anfang der 1960er-Jahre und fand mit der Niederschlagung des »Prager Frühlings« durch den Einmarsch sowjetischer Truppen 1968 ihren Endpunkt. Neben der filmhistorischen Einordnung ist für den Kunstunterricht das Entdecken dadaistischer sowie weiterer künstlerischer Referenzen interessant. Die Frage, wie die Regisseurin in TAUSENDSCHÖNCHEN mit erzählenden und filmkünstlerischen Elementen spielt, kann zudem zu eigenen filmischen Experimenten im Unterricht animieren. (Kinofenster)
SedmikráskyCS 1966, R: Věra Chytilová, B: Věra Chytilová, Ester Krumbachová, K: Jaroslav Kučera, Sch: Miroslav Hájek, D: Jitka Cerhová, Ivana Karbanová, Julius Albert, FSK 16, 74 Min
Unsere Kooperationspartner:
HBK Saar,
VHS des Regionalverbandes Saarbrücken